Ein Tag in Manila, der Hauptstadt der Philipinen, es ist Februar 2009
Es ist 4:00 uhr morgens und ich quaele mich aus dem bett, ich habe nicht lange geschlafen, viel es mir doch schwer einzuschlafen. Heute ist einer dieser Tage, an denen man lieber im Bett bleiben wuerde, doch ist es auch einer dieser besonderen Tage, an denen ich die Moeglichkeit habe raus zu gehen und Ministry zu machen. Ich bin Teil eines kleinen Teams, das in die stadt fahren soll um Strassenkindern Essen zu bringen. Unser Team soll um 4:30 los, so mache ich mich langsam auf den weg zum treffpunkt info.Die gesichter sind muede und ein lachen ist nicht zu hoeren, haben wir doch alle die erzaehlungen der anderen klar im kopf.
Als die Doulos nach Manila gekommen ist, haben wir uns entschieden Teams auszusenden, die frueh morgens in die Stadt fahren sollen um dort die unzaehligen Strassenkinder mit Essen zu segnen. Alles wurde zusammen mit einer Lokalen Gemeinde Organisiert, die diese Art von arbeit schon laenger gemacht hat, auf grund von Finanziellen problemen jedoch aufhoeren musste. So hat sich die Doulos bereit erklaert alles zu zahlen, was an kosten anfaellt.
Jeden 2ten Morgen um 4:30 verlaesst nun ein Team das Schiff und geht in eine der schlimmsten gegenden der Stadt. Viele kommen weinend wieder und berichten, was man in den nachrichten nur erahnen kann.
So ist es heute dann wohl meine reihe raus zu gehen. ich freu mich, da ich die moeglichkeit habe arbeit hinter mir zu lassen und ministry machen zu koennen, doch habe ich auch respekt vor dem, was mich erwarten wird.
inzwischen ist es soweit, wir sitzen im auto, beten noch schnell und los geht es. Es ist eine etwa 30 minuten fahrt. gegen 5 uhr kommen wir an der kirche an und werden in kleine teams eingeteilt, jeder bekommt warme milch, ein bischen suessen brot und plastik becher, mehr scheint es nicht zu brauchen um kinder gluecklich zu machen. Da wir in Cebu, einer der anderen haeffen in den philipinen schon erfahrungen mit strassenkindern sammeln konnten, hatten wir alle eine grobe vorstellung von dem, was uns erwarten wuerde. doch nichts auf dieser welt, was ich bis dahin gesehen hatte, keine nachrichten, keine videos, nichts haette mich auf das vorbereiten koennen, was ich in der naechsten stunde sehen musste.
wir verliessen die Kirche in 4 Teams und machten uns auf in den Mark, der nur um die ecke war. Dieser Markt ist eine grosse strasse, mitten in manila, man kann hier alles kaufen, von fisch bis zu mehl. klingt ja ganz nett, aber ist es nicht. jeder der dort seine ware anbietet, tut dies auf dem boden, oder in heruntergekommen kleinen huetten. in der mitte der strasse, befindet sich ueber die gesammte strasse gezogen der muell, der sich so ansammelt. wenig plastik oder papier ist zu sehen, da dies sofort von den menschen eigesammelt wird, nein es sind essens abfalle, eier, tomaten, fisch, fleisch...es stinkt ungemein und man kann es schon riechen, befor man weiss, das es dort ist.
schon auf dem Weg zum markt, fingen wir an essen auszuteilen. ueberall liegen sie, dich aneinander gereiht und nackt auf der strasse, keine decke, kein kissen. sie sehen muede aus, haben eine dunke haut von dem dreck und die meisten haben kaum noch zaehne. sie sind alle jung, sehr jung 3 oder 4 manche noch juenger. die aelteren sind schon wach und laufen herum. man bekommt kaum ein lachen, doch dankbar wird die warme milch angenommen und auch das suesse brot findet schnell seinen weg in die hunrigen maegen derer, die dazu verdammt sind ein leben auf der strasse zu leben. der Markt selbst raubt mir dann den atem, im warsten sinne des wortes, so faellt es schwer zu atmen.
troz all dem dreck und all dem gestank faellt es leicht sich darauf zu konzentrieren essen auszugeben, kann man doch die augen nicht von dem lassen, was sich da zusammen gezogen auf dem boden liegend befindet.
Es ist ein maedchen, keine 4 Jahre alt, ihre Mutter hat uns auf sie aufmerksam gemacht. leicht und sanft stosse ich den duennen koerper um sie zu wecken. es kommt keine reaktion, erst nach ein paar weiteren stossen, dreht sie sich zu mir, oeffnet ihre kleinen augen und schaut mich verschlafen an. mit respekt reiche ich ihr die warme milch. ihre kleinen haende klammern sich an den warmen plastikbecher mit der milch. ihre augen weiten sich ein wenig, als sie das brot sieht. zur mutter gewendet frage ich sie, wo der vater sei, das wisse sie nicht, sei sie sich nichtmal sicher wer es ist. erstaunlicher weise, sprechen alle sehr gutes englisch und auch schon ein kind von 4 jahren kann sich in englisch ausdruecken.
es geht weiter durch die strassen, inzswischen geht die sonne auf und das leben auf dem markt faengt an zu erwachen. es wird lauter und schon bald ist es mit der morgigen "friedvollen" Stille vorbei. zu hoeren sind grosse Traktoren, die durch die Marktstrasse fahren und den Muell zusammen schieben. die Leute fangen an ihre waren anzubieten und der geraeschpaegel waechst zu einem unueberhoerbarem chaos an. die Menschen schlafen neben ihren staenden, weil sie kein haus haben, und die ersten sein wollen, die morgens frueh ihre waren los werden.
auf dem weg zurueck in die kirche, frage ich den pastor, wie es soweit kommen kann, das es so viele strassenkinder gibt, und was die regierung dagegen unternimmt. Traurig schaut er mich an und sagt, die regierung unternimmt nichts, und ihre begruendung dafuer sei, es gaebe zu viele. ja das macht sinn, weil es so viele menschen in NOT gibt, faegnt man nich mal an was dagegen zu unternehmen. eine Sehr weise entscheidung, die die reichen regierungsidioten da gemacht haben. so aendert man die welt.
inzwischen sitzen wir wieder in auto auf dem weg zurueck zum schiff, zurueck in unsere heile welt, wo wir uns ueber 3 minuten duschen aufregen und darueber, dass wir zu viel reis essen muessen. zurueck ins gewohnte chaos der gerechtigkeit dieser welt. meine gedanken springen herum und es faellt mir schwer zur ruhe zu kommen. ich schliesse meine augen und fange an zu beten, ich danke gott fuer diesen tag, diesen freuhen morgen, mein leben, seine liebe zu uns. ich bete fuer die kirche, die dieses chaos jeden tag sehen muss, fuer den pastor, fuer das maedchen und ihre mutter. ich bete fuer manila, die philipinen. ich DANKE Gott fuer mein leben, fuer die 3 minuten duschen und den Reis. ich flehe ihn an mein herz zu veraendern, mir zu zeigen, was ich tun kann um diese welt zu verandern. ich flehe ihn an diese menschen zu segnen und bei ihnen zu sein.
langsam kome ich zur ruhe.
Es ist inzwischen Oktober 2009 mehrere monate sind vergangen seit dem wir in den phlilipinen waren. ein teifun hat manila getroffen und die haelfte der stadt ist ueberschwemmt. es regnete an einem tag mehr als die dreifache summe an wasser, die es normaler weisse in einem monat regnen wuerde. die einzige sache, die mich ruhig behaelt ist jesus. ich weiss das er alles unter kontrolle hat und das auch wenn ich es nicht verstehen kann alles eine sinn macht.
bitte betet fuer manila.
euer sebi
No comments:
Post a Comment